Gemeinden in Bewegung
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Infobrief

Zweck und Inhalt dieses regelmäßig erscheinenden Infosbriefes sind die Analyse der gegenwärtigen Zustände in Kirche und Gemeinden, Stellungnahmen, Meinungen, Zeugnisse und Berichte, Tips und Modelle. Ich freue mich über Rückmeldungen! Wer einen Gedanken hat, den er gern anderen mitteilen möchte, kann ihn gern an mich schicken. Wer eine wichtige Erfahrung macht, die für andere bedeutsam sein könnte, oder eine Erkenntnis, die andere voranbringt... bitte aufschreiben und mir zusenden!

Mimosenhaftes Verhalten in christlichen Gemeinden

In der letzten Zeit beobachte ich eine zunehmende Empfindlichkeit im Reich Gottes. Kleine Unterschiede werden zu einem großen und persönlichen Problem, Auseinandersetzungen werden angreifend und abwertend geführt und auch die vorsichtigste Kritik übelgenommen.

Die Folgen sind: Dauerhafte Zerwürfnisse, Rückzug in den Schmollwinkel, beleidigtes Verhalten, das über eine lange Zeit hinweg die Atmosphäre vergiftet.

Warum ist das so? Warum ist der Umgang untereinander in christlichen Gemeinden so heikel und gerät schnell in ein verletzendes Fahrwasser?

Ich denke, das liegt zum einen an den hohen Erwartungen. Im christlichen Umfeld wünscht man sich einen anderen Umgangsstil, sehnt sich nach Sicherheit und Harmonie und ist empört und getroffen, wenn man hier die gleichen Bedingungen vorfindet wie in der Welt.

Dazu kommt, daß viele Erwartungen unterschwellig sind, also nicht offen geäußert werden. Man fordert mehr indirekt und versteckt vom anderen das Verhalten, das man selbst für christlich hält. Empört stellt man fest, daß der andere sich darunter etwas ganz anderes vorstellt.

Grundsätzliche Werte sind mit im Spiel und schränken den Bewegungsspielraum ein. Wenn es darum geht, was mein Leben wertvoll macht und prägt, dann kann ich ja nicht nachgeben. Im Gegenteil: wenn ich recht habe, kann die andere, gegensätzliche Ansicht nicht auch stimmen. Jetzt geht es um alles oder nichts - kein Wunder wenn erbittert gekämpft wird und die andere Meinung mich bis in die Tiefen der eigenen Persönlichkeit bedroht.

Und das ist das andere: Viele Menschen erhoffen sich von der christlichen Gemeinde Schutz und Sicherheit. Das Leben ist grausam, der Alltag hart genug, da soll wenigstens das Leben in der christlichen Gemeinde so sein, wo ich mich geben kann, wie ich bin, genügend Wertschätzung und Zuwendung erfahre. Im Alltag fühlen sich viele Menschen zerrissen und ständig vor die Wahl gestellt, dann sollen wenigstens am Sonntag die Dinge in ihrer beständigen Ordnung sein und entlasten von der ständigen Unruhe des Alltags.

Aber was passiert dann, wenn der Gottesdienst durch neue Formen belebt wird und sich Gemeindeglieder auch hier ständigen Veränderungsprozessen unterworfen sehen? Kein Wunder, wenn sie bei der kleinsten Veränderung des Gottesdienstablaufes persönlich getroffen sind und gekränkt reagieren. Sie wurden dort verletzt, wo ihre Sehnsucht am größten ist.

Und wenn einer Mitarbeiter der Kirchengemeinde auch von seinem Pastor Kritik erfährt, wo er doch in seiner Arbeit ständig den unbarmherzigen Bewertungen durch die Vorgesetzten ausgesetzt ist, dann wird er getroffen reagieren und sich wehren - was er sich in seinem Beruf nicht erlauben kann.

So kommt vieles zusammen und es ist letztlich kein Wunder, wenn scheinbar harmlose Auseinandersetzungen schnell zu einem sehr persönlichen und verletzenden Kampf um Leben und Tod eskalieren.

Was ist zu tun?
  1. Reden Sie in ihrer Gemeinde offen über ihre Vorstellungen und Erwartungen.
  2. Verwandeln Sie Forderungen, die sie an andere (oder den Leiter) stellen in Wünsche.
  3. Lassen Sie die Meinung des anderen stehen und nehmen Sie nichts persönlich.
  4. Äußern Sie Ihre Ansicht ohne den anderen anzugreifen.
  5. Entschließen Sie sich dazu, niemals beleidigt zu reagieren.
  6. Bringen Sie Ihre Verletzungen, die ihnen zugefügt wurden, unter das Kreuz Jesu.
  7. Erst wenn in Ihrem Herzen Ruhe eingekehrt ist, können Sie den anderen darauf aufmerksam machen, wo er Sie im Innersten getroffen hat. Beginnen Sei dann mit 1. usw.
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Briefe an müde Gemeinden - 2. Brief

Liebe Gemeinde,

was hat dich müde gemacht? Bist du müde, weil du lau geworden bist und dir die Freude am Gemeinde-sein verloren gegangen ist? Oder bist du lau, weil du müde geworden bist, von all den vielen Aktivitäten und Terminen?

Egal - für dich ist die einzige Möglichkeit, daß du zurückkehrst zur ersten Liebe (Offenbarung 2,4). Du fragst dich, wie das geht? Du bist dir nicht klar, was die "erste Liebe" bedeutet?

Erinnere dich an den Ruf, mit dem dich Gott gerufen hat. Ich bin mir sicher, daß jede Gemeinde durch den Ruf Gottes entstanden ist. So wie bei der Erschaffung der Welt Gott sprach und es geschah, so ruft Gott jeden Menschen und jede Gemeinde ins Leben, gibt eine eigene unverwechselbare Identität und haucht den Lebensodem ein.

In diesem Ur-Wort Gottes steckt deine Berufung, dein Auftrag, von ihm her gewinnst du deine Persönlichkeit und deine Prägung.

Wie war das an deinem Anfang? Wer hat dich als Gemeinde begonnen, welchem Impuls sind deine Gründer gefolgt? Was haben sie von Gott gehört und welchem Ruf Gottes waren sie gehorsam. Vielleicht muß du in deiner Kirchengeschichte graben. Dann stößt du auf Zeiten der Erweckung, auf Aufbrüche, Erneuerungsimpulse oder die Anliegen der Reformation.

Nun schaue genauer hin: Welche biblischen Worte wurden dir in die Wiege gelegt, welche biblischen Grundaussagen stecken in deinen Wurzeln und prägten die ersten Jahre deines Lebens? In welche zeitgeschichtlichen Umstände wurdest du hineingeboren und wie haben sie deine Anfangsphase bestimmt?

Wie wurden diese Grundimpulse aufgenommen und umgesetzt? Gab es Menschen - Leiter, Pastoren oder andere Gemeindeglieder - die viel zu deinem Aufbau beigetragen haben und die dich gelehrt haben, Gemeinde zu sein, in der Ausführung des Auftrags Gottes?

Überhaupt, welchen Auftrag hast du als Gemeinde? Keine Gemeinde ist nur um ihrer selbst willen da. Es ist nicht ihre Aufgabe sich um sich selbst zu drehen und um die kleinen Belange ihrer Mitglieder zu kümmern.

Zu welchen Menschen bist du gesandt? Sind es die Menschen, die um dein Kirchengebäude herum wohnen, oder ist es eine bestimmte Zielgruppe, die dich nicht in Ruhe läßt.

Was sagst du, wenn du dich zu den Fragen dieser Zeit äußerst? Welche Antworten hast du, wenn du um deine Meinung gebeten wirst? Oder wirst du gar nicht darum gebeten, mußt du dich selber zu Wort melden?

Auf welche Probleme muß du reagieren und wie tust du es? Redest du nur oder handelst du auch. Es gibt so viel Not in dieser Welt - auch in deiner unmittelbaren Umgebung: Was tust du dagegen, wo bist du herausgefordert, das Not-wendige zu unternehmen. Oder bist du eine Gemeinde, die vieles unternimmt, was unnötig ist, nur damit du sagen kannst: bei uns ist viel los?

Und zum Schluß habe ich die Frage an dich: Wie feierst du deine Gottesdienste? Was ist dir wichtig, wenn du vor Gott kommst, ihn anschaust und ihn anbetest?

Ich wünsche dir, daß es dir immer wieder gelingt, die Stille vor Gott so lange auszuhalten, bis er zu dir spricht. Was sagt er dann zu dir? Vielleicht: "Du bist meine geliebte Gemeinde! Ich wollte dich von Anfang an! Ich bin für dich da! Ich stehe zu dir! Ich habe dich gerufen und ich erneuere meinen Auftrag an dich. Geh! Ich rüste dich aus und versorge dich!"

Wenn du dann von Gott gehört hast, was du tun sollst, dann sei gehorsam und tue es - und du wirst sehen, wie schnell du deine Müdigkeit verlierst, wach, munter und jung wirst.

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Müde Mitarbeiter oder neue Motivation

Bei Gemeindeberatungen stoße ich zunehmend auf müde Mitarbeiter. sie haben sich mit Energie und Elan eingebracht, Gutes bewirkt, Neues geschaffen - nun aber sind sie am Ende , ausgelaugt und frustriert. Das, was sie wollten, wurde nur mit viel Vorbehalt angenommen, Veränderungsprozesse erwiesen sich als ungeheuer mühsam und langwierig und viele Ideen wurden bereits im Vorfeld ausgebremst. Es ist verständlich, daß sie nun keine Lust oder Kraft mehr haben und sich am liebsten ins Privatleben zurückziehen möchten.

Wie bekommen müde Mitarbeiter eine neue Motivation?

Als Muntermacher nenne ich vier Grundaussagen für den Dienst eines jeden Mitarbeiters im Reich Gottes:

  1. Ich bin berufen!

Was ich mache, tue ich nicht aus eigenem Antrieb, sondern Gott hat mich zu dieser Aufgabe aufgefordert. Sein Wort an mich hat mich in Bewegung gesetzt, er hat mein Herz berührt, so daß ich unruhig wurde und wußte, daß hier etwas geschehen mußte! Der Impuls Gottes gab mir die Kraft die mir eigenen Lethargie zu überwinden. Gott machte mir unmißverständlich deutlich: Jetzt bist Du dran!

  1. Ich bin beauftragt!

Meine Mitarbeit dient nicht meiner Selbstverwirklichung. Gott gab mir einen Auftrag wie eine Last, die er mir auf die Schulter legte. Das heißt: Ich handle in seinem Namen, er gibt mir die Vollmacht zu meinem Dienst und rüstet mich mit allem aus, was ich für meine Tätigkeit brauche - auch mit Geduld und Durchhaltekraft. Er wird von mir allerdings dann auch Rechenschaft fordern und mich fragen, wie ich seinen Auftrag ausgeführt habe.

  1. Ich habe ein Ziel!

Der Auftrag Gottes hat eine klare Zielrichtung, es gibt eine Arbeitsanweisung. Gott will nicht, daß ich einfach nur in die Luft schlage, sondern daß ich mich auf das Wesentliche konzentriere. Ich muß nicht alles tun - sondern das Richtige! Im Hören auf Gott entfalten sich die Schritte, die zu diesem Ziel führen. Ich bekomme deutliche Arbeitsanweisungen von Gott, er führt mich. Deswegen irre ich nicht in der Gegend herum, sondern gehe auf den Zielpunkt zu, den Gott gesetzt hat. Dadurch werde ich vor Überforderung und Verzettelung bewahrt. Ist das Ziel erreicht, habe ich meinen Auftrag ausgeführt und bin fertig. Ich kann ausruhen und Gott dann um die nächste Aufgabe bitten. Ein Auftrag im Reich Gottes ist nie uferlos.

  1. Ich tue meinen Dienst aus Liebe zu Gott!

Was mich antreibt und auch in Schwierigkeiten durchhalten läßt, ist nicht mein Streben nach Erfolg oder menschlicher Anerkennung, sondern meine Beziehung zu Gott. Ich schaue auf ihn, er lobt und ermutigt mich. Er zeigt mir, daß er mich liebt und wertschätzt - unabhängig von dem, was ich für ihn tue. Das versetzt mich in die Lage, diese Liebe zu erwidern. Ich spüre, daß ich von ihm angenommen bin, und kann mich nun für ihn einsetzen, ohne daß ich mich ständig um mich selbst kümmern muß. Die Liebe zu Gott macht es möglich, daß ich auch schwere und leidvolle Wegstrecken geduldig und freiwillig auf mich nehme. Gottes Liebe treibt mich und ich will von Herzen gern in meinem Tun und Lassen, im Arbeiten und Beten, im aktiven Handeln und im stillen Ruhen seine Liebe leben und ihm ein wenig davon zurückgeben.


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Inhaltsverzeichnis:

Was geht ab? (Analyse der Situation)
Gemeindeberatung: Den Kurs bestimmen
Das Eingreifen Gottes

Wie können alle Dinge zum Besten dienen? (Römer 8,28)
Briefe an müde Gemeinden - 1. Brief
In schwierigen Situationen: Flüchten oder Standhalten?

Mimosenhaftes Verhalten in christlichen Gemeinden
Briefe an müde Gemeinden - 2. Brief
Müde Mitarbeiter oder neue Motivation

Wenn der Riese erwacht
Briefe an müde Gemeinden - 3. Brief
Konkrete Schritte planen

Der inszenierte Konflikt
Briefe an müde Gemeinden - 4. Brief
Was braucht der postmoderne Mensch?

n/a

Seine Feinde lieben ?
Die Zeichen der Zeit erkennen und verstehen






Der Gottesdienst und die Gemeinde
10 Schritte zur Veränderung

Zipfelfreundschaft und Nickfreundschaft
Gottesdienst der 3. Art

Mitarbeiter im Reich Gottes
Bericht vom 4. TrendForum

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Den gemeinsamen Auftrag entdecken
Der Mitarbeiter hat seine Schuldigkeit getan


Wer ist mein Nächster ?
Versöhnung

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Otto Stockmayer (Biografie)
Bericht vom 5. Trend-Forum

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Als dem Pfarrer die Weihnachtsfreude fehlte
Der Streit unter Christen


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Grund-Sätze der Gemeindeberatung
Bericht vom 6. Trend-Forum

Gemeinsames Leben in der Gemeinde - von der Regel des heiligen Benedikt lernen

Wahrheit und Ehrlichkeit in christlichen Gemeinden

Der lange Weg zur Ruhe

Die reiche Gemeinde
Bin ich berufen?

Wie das Schiff "Gemeinde" in Fahrt kommt

Gemeinde verstehen
Protokoll vom 7. Trend Forum

Gemeinde ist mehr: Gemeinde als Leib

Vollmächtige Leitung: von der Mitte her leiten
Gemeinde und ihre Leitung

Jeder Christ ein Mitarbeiter

In Krisenzeiten eine gemeinsame Vision gewinnen
Zukunftswerkstatt für Gemeinden

Selbstbewusstes Christsein

Wie die erste Gemeinde
Protokoll des 8. Trend-Forums

Baustelle Arche Noah

Endzeitstimmung
Wie kann eine Gemeinde ihren Auftrag entdecken?

Fruchtbare Spannung
Das Evangelium zu den Menschen bringen

Die neue Gemeinschaft
Nicht-von-der-Welt-Gemeinschaft

Mitarbeiter - das kostbarste Gut der Gemeinde
Seniorenarbeit

Die sieben Sendschreiben
Leiten in der Krise

Formen geistlichen Lebens
Impuls für Mitglieder in Leitungsgremien

So kann es nicht weitergehen
Der Trugschluss des Ahab

Gemeinde entsteht von innen
Als Gemeinde zu einer neuen Spiritualität finden


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